Die krasseste Erfahrung, die eine Familie machen kann

Drei verrückte ReiseRitter

Traum einer Weltreise

Alles begann mit dem Traum einer Weltreise. Wie wussten wir ganz lange nicht! Wir hatten kein Geld und unsere Jobs warfen nicht genug zum Sparen ab. Dennoch gaben wir unseren Traum nicht auf. Wir recherchierten viel nach Möglichkeiten den Traum einer Weltreise ohne Geld umzusetzen. Viel gab es dazu nicht im Netz. Wenn euch hierzu mehr interessiert, dann lest den Beitrag hier oder hier.

Vorgeschichte

Den Platz in unserer Wohnung haben wir stets ausgekostet. Wir verfügten über 60 qm Wohnraum. Viel Platz zu dritt. Genügend Raum, vor allem wenn der Haussegen schief hing. Als wir unsere Weltreise planten, wollten wir den ganzen Ballast loswerden. Nach dem Motto: Umso weniger Besitz, umso leichter. 

Alles loswerden

Alles loszuwerden stellte sich aber schwerer raus als gedacht. Besonders bei geliebten Dingen. Ich weiß noch als ich meine analoge Spiegelreflexkamera verkaufte. Ein Käufer meldete sich – ach war das schwer. Plötzlich wurde mir ganz anders, ich hätte heulen können. Dies war meine erste professionelle Kamera, die ich mir mit meinem ersten ersparten Geld gekauft hatte. Sie bedeutete mir viel. Doch ich wollte sie verkaufen.

Nach und nach verkaufte ich unsere Wohnzimmer Möbel, Flurschränke und Kleiderschrank. Bett & Waschmaschine ganz zum Schluss. Wir wohnten lange sehr chaotisch. Monatelang standen überall Kartons rum, weil manche Schränke sich schneller verkauften als gedacht.
Mit den ersten verkauften Teilen begann alles Ernst zu werden. Es wurde real. Wir realisierten, dass das Träumen aufgehört hatte.

Von 60 qm auf 10 qm mit Rädern:

  • 10 qm Wohnmobil
  • das Nötigste, was zum Leben gebraucht wird
  • kein TV, keine Konsolen, kein Lauftrainer, etc.
  • keine Tiefkühltruhe, kein großer Kühlschrank
  • keine begehbaren Kleiderschränke

Euphorie

Am 28.12.2018 starteten wir am späten Nachmittag Richtung Frankreich. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten waren wir insgesamt recht entspannt. Zuerst fiel uns direkt nach der Anfahrt ein Becher Cappuccino auf die hinteren Sitze (Marcels Schlafplatz) und alles war nass. Etwas später machten wir eine kurze Pause am Autobahnrastplatz und das Wohnmobil sprang nicht mehr an. 1 Stunde verging und plötzlich startete der Motor wieder (Anlasser…).

Unseren ersten Stopp legten wir in der Nähe von Würzburg ein. Wir waren völlig euphorisch. Das Gefühl war unbeschreiblich. Endlich begann unser Traum einer Weltreise und war nun Wirklichkeit. Wenn ich so darüber nachdenke und es mir wieder vorstelle, kommen all die aufregenden Gefühle zurück.
Es spielte keine Rolle, dass es draußen kalt war. Wir aßen an dem Abend eine Tütensuppe und genossen den warmen Becher, bis unser Wohnmobil aufgeheizt war.

Auch der erste Morgen, mitten im Industriegebiet, war Freiheit pur. Wir waren so glücklich und zufrieden.

Die ersten Wochen waren voller Freude und Zufriedenheit. Wir waren einfach nur glücklich. Jeden Tag ein Stück weiter und weiter. Bereits am zweiten Tag erreichten wir Frankreich. Wir blieben eine Woche in Straßburg, da es uns so gut gefallen hat. Silvester machten wir unser erstes YouTube Video und stellten uns vor.

Wir hatten es recht eilig danach weiterzukommen in Richtung Spanien. Wir wollten andere Landschaften, als die uns gewohnten, sehen. Das Meer war ein wichtiges persönliches und großes erstes Ziel vom Traum einer Weltreise.

Eingespielt

Nach wenigen Wochen hatten wir uns im Wohnmobil Alltag eingespielt. Zwar gab es auch immer wieder einige Anpassungshindernisse, aber wir lernten daraus. Mit der Zeit wurden verschiedene “Stressfaktoren” deutlich. Der enge Raum und die damit verbundene Wartezeit beim aneinander vorbeilaufen oder um an Schränke heranzukommen, nervte mich teilweise ganz schön. Neo lernte gerade in der Zeit, ohne Windel auszukommen und manchmal waren die Sitze nass. Die Hürde des Waschens machte dies etwas kompliziert. Anfangs funktionierte unsere warme Dusche nicht und so haben wir uns täglich mit Waschlappen gewaschen.
All diese Kleinigkeiten haben wir recht schnell überwunden, obwohl vieles eine Umstellung bedurfte.

Ängste

Ich hatte bereits nach wenigen Wochen finanzielle Ängste, obwohl wir genügend Geld dabei hatten, um ein paar Monate auszukommen. Es war ungewohnt ohne monatlichen Geldeingang zu leben. So dass mich dieses Thema monatelang begleitete. Ich war dadurch ständig angespannt und konnte unseren Traum einer Weltreise gar nicht so genießen, wie es hätte sein können.
Streit war vorprogrammiert.

Weiterentwicklung und Streit

Natürlich veränderte das Reisen uns auch. Wir wollten die Weltreise auch nutzen, um uns weiterzuentwickeln, um unsere Spiritualität zu vertiefen und zu wachsen. Ehrlich gesagt bin ich da ziemlich blauäugig herangegangen. Weiterentwicklung passiert sehr häufig über Grenzerfahrungen. Wir verändern uns, weil wir an innere oder äußere Grenzen stoßen. In unserem Fall waren Streitereien an der Tagesordnung. Es war eine ziemlich anstrengende Zeit und teilweise stecken wir immer noch darin. Wir wachsen besonders beachtlich aneinander. Der andere stellt jeweils den Gegenpol und auch einen Spiegel dar. So dass Konflikte besonders schnell ans Tageslicht kommen.

Teilweise waren die Zeiten sehr anstrengend für uns. Wut, Angst und Zorn ließen uns das ganze Vorhaben überdenken. Eigentlich war es nur unser Ego welches besonders laut brüllte und uns über solche Sachen nachdenken ließ. In Wirklichkeit gibt es nur einen Weg miteinander!

Erfahrungen

Sonnenuntergang Salvaterra de Magos

Insgesamt war es die beste Entscheidung unseres Lebens. Wir bereuen keinen einzigen Tag. Wir sind trotz aller Ängste, Probleme, Streitigkeiten und Sorgen unglaublich zufrieden diese Reise machen zu können. Unser Entschluss aus dem Hamsterrad auszubrechen war wohl die riskanteste, aufregendste und doch die vervollkommnetste Entscheidung nicht nur für uns, sondern auch für unsere Seele.

Wir haben so richtig Blut geleckt und lieben es mit dem Wohnmobil die Länder zu bereisen. Es ist toll so unabhängig zu leben und nur noch geringfügige Verbindlichkeiten zu haben. Wir haben Freude daran, dass unser Kind bei uns aufwächst und sich so gut wie immer frei in der Natur bewegen kann.

Junge spielt am Fluss

Ich liebe es draußen auf dem Tisch meinen Laptop aufzuschlagen und zu arbeiten. Es macht so viel Spaß draußen zu arbeiten.

Wir lieben die Vielfalt der Natur und die ständigen neuen Eindrücke der Orte und Menschen. Irgendwie ist das äußere Leben etwas einfacher geworden. Und zuletzt finde ich es toll, welche Chancen sich ergeben für unser inneres Wachstum, auch wenn dies nicht immer einfach ist.

Der Traum einer Weltreise hat gerade erst begonnen. Folgt uns doch auch auf YouTube. Hier findet ihr einige persönliche Videos von uns und über Themen die uns interessieren. Beispielsweise unser 6 Wochen Rückblick…


Weitere tolle Artikel von uns findet ihr zum Beispiel hier: Alles was uns so bewegt

Das Ammenmärchen vom Sonnenschutz

Das Ammenmärchen vom Sonnenschutz geht schon ziemlich lange. Genau genommen wurde die erste Sonnencreme 1933 von einer Bayer Tochterfirma entwickelt. Welcher Zufall1? Eine der führenden Pharmakonzerne sowie auch mittlerweile führende Firma in Sachen Saatgut, Herbizide und Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte².  Eine Firma, die also das gesamte Leben des Menschen beeinflusst. Von Nahrung bis hin zur Medizin.

Warum schreibe ich diesen Artikel
Ich beschäfte dich schon sehr lange mit einem Lebenswandel der so natürlich wie möglich sein soll. Hierzu gehören verschiedene Aspekte des Lebens, wie beispielsweise Ernährung, Einsatz von Kosmetikprodukten oder der gesamte Bereich der menschlichen Kindesentwicklung. Siehe auch hierzu meine Artikelserie: https://diereiseritter.wordpress.com/2019/02/09/apell-an-die-natuerlichkeit-teil-1/
Seit dem wir ein Baby haben, ist mir sehr wichtig, welche Produkte genutzt werden und mit welchen Substanzen mein Kind in Berrührung kommt. Der Körper soll sich so natürlich und gesund wie möglich entwickeln. Schließlich ist das die Basis für sein ganzes weiteres Leben. 2017-09-30-19-17-54

Nun erhalten aber frischgebackene Eltern erstmal Vitamin D in Tablettenform für den Säugling und sollen ihn täglich damit versorgen. Hiermit fing die Recherche für mich an. Vitamin D wird von der Sonne auf der Haut erzeugt und dann absorbiert. Sollten wir nicht versuchen so viel wie möglich an Vitamin D natürlich zu erlangen? Das setzt vorraus, dass das Kind so oft und so viel wie möglich an der Sonne ist und nicht von Kleidung oder Kinderwagen abgeschirmt wird, wie es eben üblich ist. Ein Mützchen und Socken im Sommer. Ein Sonnenschirm am Kinderwagen. Es ist mir so oft aufgefallen und ich habe das Thema immer wieder angesprochen. Alle, wirklich alle haben Angst vor Sonnenbrand und eventuell einen Windzug. Nun – ohne jemanden angreifen zu wollen – man kann es auch übertreiben. Ich habe nun einen zweijährigen Jungen, mit dem ich ständig draußen war und dieser nicht einmal einen Sonnenbrand oder einen Zug bekam. Seit Januar sind wir in Spanien und auch hier habe ich nicht gecremt. Dazu später mehr. Ich möchte aufzeigen, worauf es ankommt und was dahinter steckt 🙂

Schädliche Substanzen in Sonnencremes
Grundsätzlich gibt es sicherlich Situationen und Orte, in denen Sonnenschutz wirklich wichtig ist und in irgendeiner Form genutzt werden sollte. Aber auch muss man wieder sagen, die Menge machts. Es grenzt an Wahnsinn besonders unsere Kinder ständig mit Sonnenschutzcreme einzureiben, bis sie weiß glänzen. Damit die Sonnenschutzcreme auch gut wirkt, muss sie mehrmals täglich aufgetragen werden. Natürlich nehmen wir die Inhaltsstoffe über die Haut auf. Hierzu zählen auch krebsauslösende Substanzen, die leider noch in der EU zugelassen sind. Mittlwerweile gibt es Zusammenhänge zwischen Sonnencreme und Hautkrebs. Eine weitere Chemikalie Oxybenzone (4-methoxy-2-hydroxybenzophenone), die als UV-Blocker verwendet wird, steht im Zusammenhang mit Unterentwicklung bei Babys zur Geburt und damit in der Folge weiter chronische Erkrankungen auszulösen³. Das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät an der Universität Zürich fand heraus, dass Sonnenschutzcremes hormonaktive Substanzen enthalten und sogar in die Muttermilch übergehen. Diese Stoffe beeinflussen die Entwicklung, da sie den Hormonhaushalt stören. Die Ausmaße hiervon sind aber noch zu unerforscht4.

Vitamin D
Eigentlich handelts es sich hierbei um ein Hormon, welches lebensnotwendig ist. Vitamin D beugt verschiedene Krankheiten vor. Es ist für den Kalzium-Stoffwechsel notwendig, unterstützt das Knochenwachstum bzw. die Knochendichte und das Immunsystem.
Wenn wir aber Angst vor Sonneneinstrahlung haben und uns mit Sonnenschutzcreme bedecken, produziert die Haut kein Vitamin D und wir entwickeln einen Mangel.

Zurück zu meiner persönlichen Geschichte

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Ich wollte meinem Baby keine künzlichen Vitamin D Tabletten verabreichen. Stattdessen sorgte ich dafür, dass er täglich an die frische Luft kam, ohne Mützchen und ohne Söckchen. Umso wärmer es war um so weniger Kleidung trug mein Baby und konnte so über immer größere Körperflächen Vitamin D selbst produzieren. Mützchen, Hut und andere Kleidungsstücke verhindern dies aber. Im Winter ist das natürlich nicht ganz so einfach, aber wenn wir uns oft draußen aufhalten, kann der Körper Vitamin D produzieren. Sein Gesundheitszustand war top. Mein Sohn war ganz selten krank. Mit krank meine ich Schnupfen oder Husten. Das wars auch schon. Solange man nicht stundenlang Sonnenbadet, wie das heute in Schwämmbädern und Co. üblich ist, bekommt man auch keinen Sonnenbrand. Zudem baut sich der Hautschutz langsam im Laufe des Frühlings auf. Durch den ständigen Sonnenkontakt hat die Haut auch die Chance einen eigenen Sonnenschutz aufzubauen. Wird das der Haut verwehrt und durch Schwimmbadbesuche o.ä. schlagartig intensiviert, kann die Haut die viele starke Sonneneinstrahlung nicht abwehren und reagiert mit Sonnenbrand. Hinzu kommt dass man sich normalerweise bewegt und durch die Bewegung auch die Sonne nicht nur auf eine Hautpartie trifft. Sonne und Schatten wechseln sich bestenfalls ab. So wird die Haut nicht überlastet. Da ich mit meinem Kind ständig im Tragetuch spazieren war, erreichten wir genau den eben beschriebenen Effekt.
Als wir unsere Weltreise starteten und wir uns plötzlich mit mehr Sonneneinstrahlung in Spanien auseinandersetzen mussten, überlegte ich schon kurz nach natürlichem Sonnenschutz, wie z.B. Kokos- oder Möhrenöl. Aber wir verhielten uns genau so wie zuvor in Deutschland. Wir überstrapazierten die Sonnenbadestunden am Strand nicht. Kinder liegen sowieso nicht nur und sonnen sich. Allein die Bewegung macht viel aus. So dass Neo trotz hellem Hauttyp keinen einzigen Sonnenbrand hatte und nun schön braungebrannt ist.
Ich vermute, dass hier auch eine normale ausgewogene Ernährung ebenfalls eine Rolle spielt. Von allem etwas und nicht zu viel oder einseitig. Hat der Körper alles was er braucht, ist die Haut gut gewappnet vor äußeren Einflüssen.

 

 

Quellen:

1https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/erfindungen/tid-19317/sommerhitze-1933-sonnencreme-eine-maedchensache_aid_535432.html
²https://www.tagesschau.de/wirtschaft/monsanto-uebernahme-103.html
³https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sonnencreme-ia.html
4https://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=m2008-06-26-1312&pc=s02

Die Campergemeinde – Beeindruckende Menschen

Nachdem wir nun 3,5 Monate mit dem Wohnmobil durch Frankreich, Spanien und nun Portugal gereist sind/ reisen, wird es Zeit über die Wohnmobilgemeinde etwas zu erzählen.

Was verbindet
Die Menschen reisen mit dem Wohnmobil und suchen nach tollen Plätzen. Es sind überwiegend offene, gesprächige Menschen, die sich austauschen möchten. Alle sind sehr gerne in der Natur und suchen nach viel Sonne. Sie kommen gut zurecht auf engen Raum zu leben. Sie reisen gern.
Manche sind älter. Manche sind jünger. Einige reisen mit Hunden oder Katzen. Manche haben Kinder dabei und eventuell Tiere. Die Campergemeinde ist echt besonders, weil man sich irgendwie verbunden fühlt. Schließlich hat man gleiche Interessen und Leidenschaften. Das verbindet, egal wie alt. Erstaunlich ist die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Camper. Wenn sie helfen können, machen sie das. Ebenso toll ist der Zugang zu Ihnen. Damit meine ich, egal wie alt oder welcher Beruf. Das interessiert hier nicht. Man quatscht offen, meist mit “Du”-Anrede einfach über alles. Alle sind neugierig, denn hinter jedem Wohnmobilreisenden steckt eine wirklich interessante Geschichte. Jeder ist eben an anderen Geschichten interessiert.

Was sind das für Leute?
Es gibt die Rentner, die nun ihre Zeit mit Reisen verbringen wollen, aber mit mehr Freiheitsgefühl. Die haben keine Lust auf Hotel und vorgefertigtes Programm. Sie wollen tolle Plätze sehen und davon gibt es genug. In einem Hotel ist der Radius um Plätze und Orte zu erkunden eher kleiner. Schließlich muss man mit Bus oder Mietwagen vorwärts kommen und dabei bedenken, dass man am Abend wieder zurück sein muss. Ganz anders natürlich im Wohnmobil. Es ist immer alles dabei was benötigt wird. An Orten, die toll sind, bleibt man stehen. Es gibt keinen Radius in dem man sich bewegen muss. Fahren wie es einem beliebt. Von den Rentner haben wir so viel lernen dürfen. Viele reisen schon seit 20 Jahren regelmäßig mit dem Wohnmobil in den Urlaub und können auf eine große Erfahrungspalette zurückblicken. Hier gabs für uns Tricks und Tipps von Insidern.
Wer mit dem Wohnmobil reist, hat aber dennoch paar Sachen zu beachten. Es muss regelmäßig die Toilette und das Abwasser entleert werden, sowie Frischwasser getankt. Demnach muss man sich sowieso alle paar Tage bewegen. Uns selbst hat dies meist zum weiterfahren animiert. Immer weiter runter Richtung Südspanien.
Dann gibt es diejenigen, die Urlaub mit dem Wohnmobil machen. Hier liegen die gleichen Motive vor, wie weiter oben beschrieben.
Die für mich interessantesten, sind diejenigen, die ihr Leben im Wohnmobil verbringen. Hier gibt es auch jedes Alter. Teilweise auch Alleinstehende – beeindruckend.

Familien im Wohnmobil

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In Portugal nun, in Falesia, trafen wir 5 Familien, die mit ihren Kindern reisen. Alle haben ihr Hab und Gut zu Hause verkauft, die Heimat verlassen und Leben nun im Wohnmobil. Hierbei zählen zu den Hauptgründen, die bevorstehende Schulpflicht und das Hamsterrad zu verlassen, in dem sich alle bewegten. Manche lösen sich aus gesundheitlichen Gründen vom System, da es sie krank macht. All diese Menschen wollen frei leben, Zeit für die Familie und das Leben haben und suchen nach dem Abenteuer. Gleichzeitig suchen sie Anschluss und Austausch. Genau so etwas haben wir auch gesucht.
Das Umfeld ist oft leicht geschockt bis hin zu Ablehnung und so ist es wunderbar sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Natürlich ist das alles auch nicht ganz einfach. Es gibt einige Stolpersteine und Herausforderungen zu bewältigen. Auch hier andere Geschichten zu hören tut wirklich gut.

Die Campergemeinschaft ist ein besonderer Schlag Mensch. Es ist wunderbar jetzt auch dazu zu gehören.

DieReiseRitter

Weltreise mit Kind im Wohnmobil – 6 Wochen Rückblick

Wie läuft das Leben also mit Kind im Wohnmobil?

Natürlich wie alles im Leben muss man sich verändern und anpassen. Wir freuten uns auf das Reisen im Wohnmobil. Viel Mühe und Arbeit steckten wir in die Umgestaltung und Ausstattung unseres Caravans. Der Innenraum sollte so gemütlich wie möglich gestaltet werden und unseren Anforderungen gerecht werden.

Besonders wichtig war die Anbringung der Solaranlage, welche Marcel übernommen hat. Alles war Neuland. Keine Ahnung von Elektroinstallationen, Batterien, Gas-Heizungsanlagen und vielem mehr. Zu all den Themen hat er sich Fachwissen angeeignet. Wie beeindruckend. Wir wussten insgesamt nicht wirklich viel zum Leben im Wohnmobil. Aber wer will, der bekommt es auch hin. Natürlich hatten wir hier und da auch Unterstützung, beispielsweise bei der Verkabelung der Solaranlage.

Alles war also soweit vorbereitet. Eine Woche vor Abreise (28.12.2018) machte Marcel den letzten Check zur Funktionstüchtigkeit aller technischen Geräte, wie Heizung, Wasserpumpe, Boiler etc. Schockierenderweise stellten wir fest, dass der Boiler defekt war. Irgendein elektronischen Problem. Zwischen 300 € gebraucht und 600 € neu hätte uns das Ganze gekostet. Statt Frust zu schieben, entschieden wir uns, uns damit abzufinden. Wir wollten schließlich ins Warme und irgendeine Möglichkeit hätte sich schon gefunden. Wahrscheinlich wären wir bei 40°C Außentemperatur froh über eine kühle Dusche. Anfangs wollten wir uns einfach mit Waschlappen waschen und ab und zu hätten wir uns eine Dusche im Motel oder Campingplatz gegönnt. Unser Kind passt noch in eine kleine viereckige Waschschüssel, so dass wenigstens er ab und zu mal baden konnte :-). In Barcelona, also nach 3 Wochen, ging der Boiler wieder und wir hatten ab sofort eine warme Dusche im Wohnmobil. Ihr könnt euch nicht vorstellen was für ein Luxus das plötzlich war. Wir vermissten vorher nichts, aber als die Dusche ging, war das unbeschreiblich schön.

Ungefähr zwei Wochen reisten wir durch Frankreich, bis uns die Kälte nervte und wir genug von Frankreich hatten. Eine Woche davon allein verbrachten wir in Straßburg. Solch eine faszinierende und funkelnde Stadt.

Über die Pyrenäen rüber sahen wir nochmal den Winter ein letztes mal in vollem Umfang. Eisiger Wind, Schnee und gefrorene Landschaft. Es war wirklich so schön.

Am späten Nachmittag dann, kamen wir in Spanien, in Ventallò an. Blöderweise mussten wir erstmal zu einem Caravan Shop, da es uns die Dachluke im Alkhoven abgerissen hat. Irgendwie hab ich wohl vergessen sie zu schließen. Wir mussten durch heftige Windböen durch, bei den wir gefiebert haben, dass es uns nicht umwirft. Plötzlich gabs einen Knall und im Dach war ein Loch… Ein neues Dachfenster hat uns 170,- € gekostet. Sehr schmerzhaft!

Aber der Ort an dem wir dann übernachteten, Sant Marti d’Empúries, entschädigte uns und wir werden ihn so schnell nicht vergessen! Es war so wunderschön, direkt am Meer, einsam und doch so romantisch. Überzeugt euch selbst…

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Nach drei Tagen zog es Marcel nach Barcelona. Das war fast wie ein Kulturschock. Eine absolute Metropole. Dennoch auch hier konnten wir mehrere Tage direkt am Meer stehen.

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Das Leben im Wohnmobil gefällt uns immer besser. Wir mussten uns erst einspielen und es galt Hürden zu überwinden. Ich musste mich sehr in Geduld und Rücksichtnahme üben. Ständig stand mir irgendwer oder irgendwas im Weg. Ach war das nervig… Nun ja das klappt mittlerweile ziemlich gut. Ebenso schwierig war es die verstauten Sachen zu finden, die gerade gebraucht wurden. Unvorstellbar, dass man in einem so kleinen Wohnmobil suchen muss. Aber dadurch, dass die Schränke vollgepackt werden müssen, damit überhaupt alles Nötige mitkonnte, müssen sie auch entsprechend wieder ausgeräumt werden um an Dinge zu gelangen, die sich bis hinten befinden. Eben mal schnell was kochen und wie gewohnt nach Gewürzen und anderem Zubehör zu greifen, funktioniert nicht, ohne dass dir beispielsweise deine Zwiebeln anbrennen. Auch dies kostete etwas nerven, bis wir uns angepasst haben. Auf einem Gasherd geht auch alles schneller, als zu Hause auf dem Elektroherd. Damit meine ich: die Zwiebeln verbrennen schneller 🙂

Insgesamt aber fühlen wir uns sehr wohl im Wohnmobil. Es findet sich relativ schnell eine ähnliche Struktur wie zu Hause. Bloß wachst du aber alle paar Tage an einem neuen Ort auf und kannst die Umgebung bestaunen und genießen. Was wir auch tun. Manchmal ist es schon verwunderlich, wie schnell man sich an Situationen gewöhnt: einzuschlafen im Großstadtlärm direkt an der Hauptstraße oder unter Vollbeleuchtung der Straßenlaternen (nicht mit dem Energiesparwahn in Deutschland vergleichbar ;-)). Manchmal konnten wir nur gar schlecht einschlafen, wenn wir beispielsweise direkt am Meer standen und es stürmte. Im Wohnmobil merkten wir jede Windböe und machten uns große Sorgen um Dachfenster oder Solaranlage.

Als wir uns mit der Weltreise beschäftigten, wollten wir diese vor allem auch nutzen um uns weiterzuentwickeln, um zu uns selbst zu kommen. Wir wussten auch, dass wir vor Problemen nicht weglaufen konnten. Dennoch erleben wir die Konfrontation noch intensiver als gedacht. Wir müssen uns mit uns selbst auseinandersetzen und uns verändern. Vorausgesetzt man möchte seine Wünsche und Ziele erreichen. Dies ist ein hartes Stück Arbeit. Streitereien begleiteten uns eine Zeitlang, trotz gemeinsamer Träume.

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Neo, unser Sohn hat sich ganz gut mit der Reisesituation angefreundet. Noch zu Hause machten wir uns darüber ziemlich viele Sorgen, da er maximal ca. 1 Stunde am Stück Autofahren konnte/ wollte. Wie sollte das erst auf Reisen werden? Aber es kam anders, als wir dachten. Anfänglich nutzen wir auch Mittagsschlafzeiten und animierten ihn mit gemeinsamen singen. Wenn er uns signalisierte, dass es absolut nicht mehr geht, legten wir den Fahrstopp ein. Mit den Tagen und Wochen reisten wir immer kürzer und langsamer. Wir bleiben meist mehrere Tage an einem Ort, bis es weiter geht. In den ersten paar Tagen, als sich alles noch einspielen musste, merkten wir, wie sehr Neo jetzt Aufmerksamkeit brauchte und sie auch einforderte. Als wir am Stellplatz ankamen, waren wir beide beschäftigt. Einer mit Essen machen und der Andere bereitete das Wohnmobil vor. Neo zeigte hier deutlich, dass dies so nicht funktioniert! Schließlich mussten wir auch lernen und uns auf unser Kind, wie auch auf alles andere einzustellen. Mittlerweile klappt alles ziemlich gut. Neo genießt die viele Zeit draußen in der Natur und am Strand. Mehrmals die Woche werden Spielplätze anvisiert und ausgetestet. Was hier in Spanien auch problemlos möglich ist, da hier in jedem noch so kleinen Ort mindestens ein toller Spielplatz zu finden ist. Auch an den Stränden finden sich alle paar Meter Spielplätze. So etwas sind wir von Deutschland nicht gewöhnt.

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Alles in Allem sind wir sehr glücklich im Wohnmobil zu reisen und zu leben. Wir kommen immer besser zurecht und genießen die Vorzüge. Es gab Einiges was wir auch schmerzlich lernen mussten, beispielsweise das Kontrollieren vor dem losfahren: Fenster schließen, alles einräumen damit wir nichts überfahren oder verlieren und langsames/ bedachtes Fahren. Schlimmstenfalls verschiebt sich etwas oder reißt auseinander. Das ist nicht wie fahren mit einem Auto!

Aktuell aber wünschen wir uns, so lange wie möglich weiter zu reisen und die Welt zu entdecken.

Im nächsten Artikel erzählen wir euch noch mehr Details zum Wohnmobilleben, insbesondere was die Wasserver- und entsorgung angeht.