Um die Welt ohne Geld

Traum einer Weltreise

Wie haben wir uns diesen Traum einer Weltreise mit Kind erfüllen können?

Unser Traum

Seit nun 10 Jahren kenne ich meinen Mann und mindestens so lange haben wir diesen gemeinsamen Traum “Um die Welt ohne Geld“, obwohl jeder von uns auch vorher schon darüber nachdachte und davon träumte.

Wer von euch sich das lieber anhören möchte, statt zu lesen. Hier das Video dazu:

Wir beide haben aber kein großes Einkommen gehabt, so dass wir große Ansparungen vornehmen konnten. Meinen Recherchen nach brauchte man zu zweit plus-minus 40.000 € für etwas über 1 Jahr zu reisen. Wie sollten wir so viel Geld ansparen? Marcel arbeitete damals in Produktionen und ich frisch als Diplom-Sozialpädagogin mit Einstiegsgehalt. Klar hatten wir auch normale Lebensausgaben, wie Auto, Hobbys, Elektronik, usw.. So dass unser Erspartes eher gering ausfiel. So kam es zu der Idee: Um die Welt ohne Geld – Aber wie?

Recherche: Um die Welt ohne Geld

Alles begann damit, dass wir uns gegenseitig motivierten, dass auch ohne viel Geld, solch ein Vorhaben umsetzbar ist. Wir glaubten einfach daran und fingen an zu recherchieren: “Um die Welt ohne Geld”. Damals spukte das Internet zu diesem Suchbegriff gar nichts aus. Heute 169.000.000 Ergebnisse – Wahnsinn. Ich musste viele Jahre suchen, bis ich doch ein paar Leute gefunden habe, wie z.B.: myhomeismycar.com. Nun war ich motivierter. Wenn andere das schaffen, schaffen wir das auch! Eine andere Frage war, wie können wir unterwegs Geld verdienen? Auch hier ergaben sich mit der Zeit, immer mehr Ideen und wir stießen auf Antworten.

Angst, Aufschieben, Ausreden

Jahre über Jahre vergingen und wir waren immer noch nicht unterwegs. Natürlich hatten wir Angst. Was würde uns erwarten? Würden wir das überhaupt je schaffen? Wie kommen wir an Geld? Das sind nur ein paar der Themen, die uns beschäftigten. Zwischendurch lief auch einfach noch das Leben. Wir zogen um, Marcel machte nochmal eine Ausbildung. Ich begann eine neue Arbeitsstelle. Wir hatten nie genug Geld angespart….

Wir wussten, so würden wir niemals eine Weltreise umsetzen können. Zwischendrin gab ich innerlich meinen Traum etwas auf und dachte, dass wir ja zumindest jährlich einen längeren Urlaub einplanen könnten. Doch es befriedigte mich nicht. Wir wollten beide auch raus aus dem Hamsterrad. Bis ans Lebensende in diesem 0815 Job 9 to 5 zu stecken, jagte mir ein furchtbares Gefühl ein. Ein Leben in der Monotonie und nur fiebernd auf das Wochenende.

Spiritualität und wie es langsam ernst wurde mit dem Traum einer Weltreise

Wir fingen an uns immer mehr mit Spiritualität zu beschäftigen. Mit Bewusstsein, der Schaffenskraft und was das Leben wirklich ist. Ein Resultat davon war, dass wir an uns glauben und ins Handeln kommen müssen. Von nichts kommt nichts. Wir fokussierten die Weltreise noch mehr und alles wurde viel ernster. “Um die Welt ohne Geld” – irgendwie schaffen wir das!

Wir mussten unsere Idee nach Außen tragen und mit so vielen Menschen wie möglich reden. Das Ziel davon war, anzufangen selbst daran zu glauben. Worte schaffen Realität. Zum Thema habe ich bereits etwas geschrieben: Die krasseste Erfahrung, die eine Familie machen kann.

Zunächst klang alles wie eine Träumerei. Wir wurden auch nicht ernst genommen, bis zum Zeitpunkt, an dem wir selbst die innere Überzeugung erlangten, den Traum einer Weltreise Wirklichkeit werden zulassen.

Um die Welt ohne Geld – Fokus Zeitpunkt

Wir definierten den Zeitpunkt, wann es nun endgültig losgehen sollte. Marcel befand sich gerade in Ausbildung. Danach wollten wir starten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gar nichts angespart und wir wussten auch nicht, wie wir das schaffen sollten. Doch wir waren innerlich fest überzeugt davon, dass wir eine Weltreise antreten wollen. Unterwegs wollten wir dann hier und da Geld verdienen. Dennoch planten wir mit etwas ersparten Geld loszumachen. Auch ein Wohnmobil wollten wir haben.

Alles kommt anders wenn man plant

Plötzlich und unerwartet war ich schwanger. Wir veränderten unsere Weltreise Pläne zuerst einmal. Wir wollen uns Zeit mit dem Baby lassen und erstmal Eltern sein. So ein Baby dreht dein Leben auf den Kopf. Ebenso wie eine Weltreise. Zwei Herausforderungen gekoppelt, wollten wir nicht. Das war auch die richtige Entscheidung! Wir konzentrierten uns völlig auf das Baby und verschoben unseren Traum einer Weltreise erneut um ca. 1 Jahr. Danach wollten wir losmachen.

Doch nun veränderte sich die Situation enorm. Wir konnten nicht mehr einfach gemeinsam hier und dort arbeiten. Ich wollte und musste bei unserem Baby bleiben. Somit mussten wir uns über die Arbeitssituation erneut ausgiebig Gedanken machen und alles neu ausrichten.

Wie sollte Einkommen reinkommen? Geht das jetzt noch: “Um die Welt ohne Geld”?

Voller Einsatz

Die ersten 4 Monate haben wir intensiv mit unserem Baby verbracht. Danach investierten wir jede Menge in unseren Traum einer Weltreise. Marcel ging arbeiten und hatte zusätzlich noch einen Nebenjob. Ich recherchierte in jeder freien Minute zum Thema Geld verdienen, organisierte alle unsere Verkäufe über ebay Kleinanzeigen und bereitete zum Ende des ersten Jahres mit dem Baby alles vor, um ein Unternehmen mit Amazon FBA aufbauen zu können. Zwischendrin war ich echt ausgebrannt.

Wir setzten uns das Ziel etwa zum Ende des Jahres, da wurde unser Kind 1 Jahr alt, unsere Wohnung aufzulösen und zu Marcels Familie zu ziehen. Dort wollten wir wenige Wochen verbringen, bis wir das Wohnmobil haben und unser Amazon FBA Business angelaufen ist.

Aus den wenigen Wochen wurde letztlich ein Jahr.

Alte Muster

Um die Welt ohne Geld

Der Aufbau des Onlineeinkommens lief nicht wie gewünscht. Alles dauerte viel länger als geplant. Wir wurden allerdings auch wieder etwas langsamer in der Umsetzung. Wir verschoben kontinuierlich den Starttermin. Natürlich hatten wir Gründe, wie das Onlinebusiness ist noch nicht angelaufen; wir genießen gerade die Zeit mit der Familie; wir haben noch kein Wohnmobil gefunden.
Alles gute und nachvollziehbare Gründe, doch eigentlich hatten wir einen anderen Plan.

Ich glaube, die Angst drückte sich da wieder durch. Sie versteckte sich hinter all diesen Gründen. Als es Herbst wurde, überkam mich die Wut und wir entschlossen jetzt endgültig zu starten. Erneut kamen familiäre Gründe dazwischen und wir schoben unsere Abfahrt bis kurz nach Weihnachten raus.

Wir klammerten uns an dem Gewohnten und alt bewährten fest. Bei unseren Familien fühlten wir uns wohl. Doch der innere Drang wuchs von Tag zu Tag. Schließlich wurde unser Sohn schon zwei Jahre alt und der Zeitpunkt der Abreise war diesmal ganz fest.

Dezember 2018 Begann der Traum einer Weltreise nun wirklich.

Um die Welt ohne Geld?

In etwa 1,5 Jahren schafften wir es ca. 15.000,- € anzusparen. Das war eine Sensation und alleine eine Geschichte wert: Unsere 5 Strategien zur Finanzierung unserer Weltreise. So viel Geld hatten wir noch nie zuvor angespart. Hier muss ich wirklich sagen, wenn einmal ein festes Ziel vorherrscht und extrem viel Energie fließt, dann fügen sich die Dinge plötzlich. Hierzu muss ich euch eine kleine Story erzählen – Wirklich wahr!

Am Abreisetag habe ich in meinem Zimmer, unter einer Aufbewahrungsbox 800,- € gefunden. Ich habe keine Ahnung, wie die da hingekommen sind. All unser Geld hatten wir in zwei Spardosen aufbewahrt und immer wenn etwas Neues hinzukam, auch dort hingetan. Normalerweise passiert mir das nicht, dass ich 800,- € vergesse oder verlege. Keine Ahnung, jedenfalls finde ich die dort.

Wir haben das Geld, was wir gebraucht haben, angezogen. So muss ich es einfach sagen! Dennoch war das unfassbar! Nie hätte ich damit gerechnet, dass es so kommen würde. Daher finde ich diese Geschichte so erzählenswert!

Endlich Unterwegs

Weltreise mit Kind

Überglücklich endlich unterwegs zu sein, fuhren wir immer weiter in Richtung Süden. Doch wieder meldete sich bei mir die Angst. Obwohl wir genügend Geld für die ersten Monate dabei hatten, etwa noch 7000,- €, konnte ich diesen Druck einfach nicht loswerden. Egal was ich tat. Ich kam nicht klar damit, dass alles anders kam als geplant, denn das Onlineeinkommen über Amazon FBA lief immer noch nicht. Ich steckte viel Energie in unsere Website und erhoffte mir da irgendwann mal damit etwas Einkommen zu generieren. Wie, wusste ich da auch noch nicht. Erstmal aufbauen, dann weiterschauen.

Loslassen und fließen lassen

Das war das Schlagwort! Aber wie nur sollte ich das schaffen. Diese Angst saß so tief. Ich wollte mich und alle anderen nicht enttäuschen und nach 6 Monaten wieder umkehren müssen. Genau da war das eine Problem.

Erst kurz bevor uns das Geld ausging, ließ ich einfach los. Scheiß drauf! Egal wie es kommen sollte. Egal was andere denken oder sagen. Wir waren 6 Monate in Frankreich, Spanien und Portugal unterwegs. Das war schon beeindruckend und mehr als jeder andere, an den ich so dachte, geschafft hat.
Es wird sich etwas ergeben. Ich fasste wieder vertrauen in unseren Plan. Ich wusste plötzlich, dass alles gut werden wird – egal wie. Sollte die Reise zu Ende gehen, dann ist auch das, der richtige Weg. Ich fing an, an meinem Vertrauen in “Alles”, in das “Universum”, in “Gott” zu arbeiten. Es ist etwas schwierig zu erklären, wenn ihr nicht an etwas Größeres glaubt. Ich tue es und bin immer wieder beeindruckt, wie sich alles fügt.

Jobangebot

Plötzlich bekam ich ein Jobangebot. Ich sollte als Virtuelle Assistentin arbeiten mit längerfristigem Auftrag. Unbeschreiblich. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch etwa 600-700 € einstecken (Notgroschen nicht eingerechnet!).

Was lässt sich denn hier noch sagen.

Man muss sich wirklich in das Leben fallen lassen und vertrauen. Gleichzeitig, viel Energie in die Ziele stecken – egal wie!
Genau von solchen Geschichten, hatte ich zu der Zeit, wo ich nur recherchiert habe zum Weltreise Thema, unzählige male gelesen. Sie haben mich damals fasziniert und motiviert. Immer wieder die gleichen Storys. Nun sind wir selbst so eine “Story”.

Immer wieder hatten die Leute ähnliche Probleme und sie ließen sich fallen in dem Bewusstsein: Alles kommt, wie es kommen muss! Und genau so kam es auch.

Mut und Vertrauen

Die Angst ist der größte Gegenspieler zum Vertrauen! Unglaublich wie mächtig solche Gefühle sein können. Denn immer, wenn ich mich in das Vertrauen fallen lasse, kommt irgendwann natürlich auch die Angst wieder. Immer wieder aufs Neue muss ich dies in mir bearbeiten. Sie zeigte sich in Unsicherheit, Zukunftsängsten oder Zweifeln.

Überwintern auf Zypern ohne Geld

Wir entschieden uns nach Zypern zu fliegen und dort den Winter mit unseren Freunden zu verbringen. Das Motto: Um die Welt ohne Geld begleitete uns auch da wieder. Denn eigentlich waren unsere Konten schon wieder leer. Aufgrund von einigen Wochen, in denen ich nicht arbeitete, hatten wir kaum Geld. Dennoch zog es uns diesen Plan umzusetzen. Wir übten uns im Vertrauen und buchten die Flüge. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Wir flogen nach Zypern, lebten aber auf Sparflamme – da ich weiterhin keine Jobaufträge hatte. Weihnachten, Silvester stand vor der Tür. Danach kamen paar Aufträge wieder rein. Wir ließen uns verleiten eine Wohnung anzumieten und alles was dazu gehört, wie Strom und DSL. Das sprengte unser finanzielles Budget komplett. Unsere Notreserve musste daran glauben. Auch die Familie half uns. Kurz danach verlor ich meinen Job. Worstcase – Szenario!!!

Wir bewegten uns zwischen Panik, Angst und Wut. Es war nicht leicht. Wir hatten nun Fixkosten mit der Wohnung und Essen brauchten wir zumindest auch.

Aufgeben gibts nicht

Alles fing von vorne an! Wir mussten unglaublich viel Zeit und Kraft investieren, um uns da herauszuholen. Zum einen aus der Angst, denn die macht Denk- und Handlungsunfähig! Zum anderen aus dem finanziellen Loch. Wir hatten uns das Geld für den Flug bereits an die Seite gelegt – für alle Fälle! Das gab mir etwas Sicherheit und ich schmiedete einen Notfallplan, meinen Plan B. Ziel war es aber dennoch auf Zypern zu bleiben und den Winter abzupassen. Es war gerade Anfang Februar. In Deutschland zu kalt für das Wohnmobil. Nur im Notfall. Dann hätten wir zumindest alle Fixkosten minimiert. Wir ergatterten beide einen Onlinejob. Marcel als Chat Moderator mit einem echt niedrigen Stundenlohn bei ca. 40 h pro Woche und ich als Virtuelle Assistentin mit 5 h pro Woche. Das half uns zumindest halbwegs über die Runden. Wir reduzierten alle Ausgaben. Kauften sehr überlegt und sparsam ein. Und wir holten uns langsam da raus.

Aber auch hier wieder, begann alles damit, die Gedanken und die Einstellung sowie innere Überzeugung zu verändern. Ich arbeitete erneut an meinem Inneren. Ich versuchte das Positive an all dem zu sehen und ging in das Vertrauen zurück. Alles wird sich entwickeln, wie es sein soll.
So kam es auch. Ich blieb bei 5-10 h Arbeit pro Woche und hatte damit Zeit nach innen zu schauen. Diese Zeit hatte ich vorher nicht, da ich mindestens 20-30 h pro Woche arbeitete und die restliche Zeit mit meinem Kind verbrachte. Plötzlich stand diese Zeit für mich zur Verfügung. Ebenso wie mehr Zeit mit meinem Kind. Das also war das Positive daran.

Angekommen im Vertrauen

Als ich diese Gefühle und Überzeugungen in mir wachsen ließ, veränderte sich nun auch die finanzielle Situation. Sie erleichterte sich etwas. Wir beschlossen aber wieder unsere Wohnmobiltour fortzusetzen. Schließlich wollten wir zum Überwintern nach Zypern. Das Haus mit all seinen Fixkosten zu halten, bedarf viel mehr monatliches Einkommen als im Wohnmobil zu leben. Als wir die Entscheidung getroffen hatten, verbesserte sich erneut die finanzielle Situation und wir sparten sogar wieder etwas an und konnten die Dispo Schulden ausgleichen.

Aufgrund der Corona-Krise kamen wir jedoch nicht mehr runter von der Insel. Ein Freund aus Zypern bot uns seine leerstehende Wohnung zur Überbrückung an. Nun leben wir aktuell in einem traumhaften Haus mit Pool, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer und einer riesigen Küche. Über uns wohnt der Hausbesitzer mit seiner Familie, welche eine liebevolle zypriotische Familie ist. Sie sind wahnsinnig gastfreundlich und weihen uns in allerhand zypriotische Traditionen ein.

Haus Um die Welt ohne Geld

Dafür sind wir so dankbar. Und hier sage ich euch: Nichts passiert ohne Grund und alles hat seinen Sinn!
Wir sind so dankbar für all diese Lebenserfahrungen und alles passiert nur, weil wir auf das Leben vertrauen und darauf, dass alles seine Richtigkeit hat, auch wenn manches hart ist!

Fazit

Nun aber ist es wohl Zeit unseren Fokus oder das Motto zu ändern:
“Mit viel Geld um die Welt” 🙂

Unsere Geschichte beeindruckt mich selbst, wenn ich sie so Review passieren lassen und sie hier niederschreibe. Dennoch streben wir eine dauerhafte finanzielle Verbesserung für uns an. Geld erleichtert nun mal das Leben, auch wenn es ganz sicher nicht alles ist. Daher ist nun unser nächstes Ziel ein gutes passives Einkommen aufzubauen. Wie wir das dann gemacht haben, werdet ihr irgendwann mal hier lesen.

Traum einer Weltreise

Berichtet doch mal von euren Geschichten!

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Traum einer Weltreise

Alles begann mit dem Traum einer Weltreise. Wie wussten wir ganz lange nicht! Wir hatten kein Geld und unsere Jobs warfen nicht genug zum Sparen ab. Dennoch gaben wir unseren Traum nicht auf. Wir recherchierten viel nach Möglichkeiten den Traum einer Weltreise ohne Geld umzusetzen. Viel gab es dazu nicht im Netz. Wenn euch hierzu mehr interessiert, dann lest den Beitrag hier oder hier.

Vorgeschichte

Den Platz in unserer Wohnung haben wir stets ausgekostet. Wir verfügten über 60 qm Wohnraum. Viel Platz zu dritt. Genügend Raum, vor allem wenn der Haussegen schief hing. Als wir unsere Weltreise planten, wollten wir den ganzen Ballast loswerden. Nach dem Motto: Umso weniger Besitz, umso leichter. 

Alles loswerden

Alles loszuwerden stellte sich aber schwerer raus als gedacht. Besonders bei geliebten Dingen. Ich weiß noch als ich meine analoge Spiegelreflexkamera verkaufte. Ein Käufer meldete sich – ach war das schwer. Plötzlich wurde mir ganz anders, ich hätte heulen können. Dies war meine erste professionelle Kamera, die ich mir mit meinem ersten ersparten Geld gekauft hatte. Sie bedeutete mir viel. Doch ich wollte sie verkaufen.

Nach und nach verkaufte ich unsere Wohnzimmer Möbel, Flurschränke und Kleiderschrank. Bett & Waschmaschine ganz zum Schluss. Wir wohnten lange sehr chaotisch. Monatelang standen überall Kartons rum, weil manche Schränke sich schneller verkauften als gedacht.
Mit den ersten verkauften Teilen begann alles Ernst zu werden. Es wurde real. Wir realisierten, dass das Träumen aufgehört hatte.

Von 60 qm auf 10 qm mit Rädern:

  • 10 qm Wohnmobil
  • das Nötigste, was zum Leben gebraucht wird
  • kein TV, keine Konsolen, kein Lauftrainer, etc.
  • keine Tiefkühltruhe, kein großer Kühlschrank
  • keine begehbaren Kleiderschränke

Euphorie

Am 28.12.2018 starteten wir am späten Nachmittag Richtung Frankreich. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten waren wir insgesamt recht entspannt. Zuerst fiel uns direkt nach der Anfahrt ein Becher Cappuccino auf die hinteren Sitze (Marcels Schlafplatz) und alles war nass. Etwas später machten wir eine kurze Pause am Autobahnrastplatz und das Wohnmobil sprang nicht mehr an. 1 Stunde verging und plötzlich startete der Motor wieder (Anlasser…).

Unseren ersten Stopp legten wir in der Nähe von Würzburg ein. Wir waren völlig euphorisch. Das Gefühl war unbeschreiblich. Endlich begann unser Traum einer Weltreise und war nun Wirklichkeit. Wenn ich so darüber nachdenke und es mir wieder vorstelle, kommen all die aufregenden Gefühle zurück.
Es spielte keine Rolle, dass es draußen kalt war. Wir aßen an dem Abend eine Tütensuppe und genossen den warmen Becher, bis unser Wohnmobil aufgeheizt war.

Auch der erste Morgen, mitten im Industriegebiet, war Freiheit pur. Wir waren so glücklich und zufrieden.

Die ersten Wochen waren voller Freude und Zufriedenheit. Wir waren einfach nur glücklich. Jeden Tag ein Stück weiter und weiter. Bereits am zweiten Tag erreichten wir Frankreich. Wir blieben eine Woche in Straßburg, da es uns so gut gefallen hat. Silvester machten wir unser erstes YouTube Video und stellten uns vor.

Wir hatten es recht eilig danach weiterzukommen in Richtung Spanien. Wir wollten andere Landschaften, als die uns gewohnten, sehen. Das Meer war ein wichtiges persönliches und großes erstes Ziel vom Traum einer Weltreise.

Eingespielt

Nach wenigen Wochen hatten wir uns im Wohnmobil Alltag eingespielt. Zwar gab es auch immer wieder einige Anpassungshindernisse, aber wir lernten daraus. Mit der Zeit wurden verschiedene “Stressfaktoren” deutlich. Der enge Raum und die damit verbundene Wartezeit beim aneinander vorbeilaufen oder um an Schränke heranzukommen, nervte mich teilweise ganz schön. Neo lernte gerade in der Zeit, ohne Windel auszukommen und manchmal waren die Sitze nass. Die Hürde des Waschens machte dies etwas kompliziert. Anfangs funktionierte unsere warme Dusche nicht und so haben wir uns täglich mit Waschlappen gewaschen.
All diese Kleinigkeiten haben wir recht schnell überwunden, obwohl vieles eine Umstellung bedurfte.

Ängste

Ich hatte bereits nach wenigen Wochen finanzielle Ängste, obwohl wir genügend Geld dabei hatten, um ein paar Monate auszukommen. Es war ungewohnt ohne monatlichen Geldeingang zu leben. So dass mich dieses Thema monatelang begleitete. Ich war dadurch ständig angespannt und konnte unseren Traum einer Weltreise gar nicht so genießen, wie es hätte sein können.
Streit war vorprogrammiert.

Weiterentwicklung und Streit

Natürlich veränderte das Reisen uns auch. Wir wollten die Weltreise auch nutzen, um uns weiterzuentwickeln, um unsere Spiritualität zu vertiefen und zu wachsen. Ehrlich gesagt bin ich da ziemlich blauäugig herangegangen. Weiterentwicklung passiert sehr häufig über Grenzerfahrungen. Wir verändern uns, weil wir an innere oder äußere Grenzen stoßen. In unserem Fall waren Streitereien an der Tagesordnung. Es war eine ziemlich anstrengende Zeit und teilweise stecken wir immer noch darin. Wir wachsen besonders beachtlich aneinander. Der andere stellt jeweils den Gegenpol und auch einen Spiegel dar. So dass Konflikte besonders schnell ans Tageslicht kommen.

Teilweise waren die Zeiten sehr anstrengend für uns. Wut, Angst und Zorn ließen uns das ganze Vorhaben überdenken. Eigentlich war es nur unser Ego welches besonders laut brüllte und uns über solche Sachen nachdenken ließ. In Wirklichkeit gibt es nur einen Weg miteinander!

Erfahrungen

Sonnenuntergang Salvaterra de Magos

Insgesamt war es die beste Entscheidung unseres Lebens. Wir bereuen keinen einzigen Tag. Wir sind trotz aller Ängste, Probleme, Streitigkeiten und Sorgen unglaublich zufrieden diese Reise machen zu können. Unser Entschluss aus dem Hamsterrad auszubrechen war wohl die riskanteste, aufregendste und doch die vervollkommnetste Entscheidung nicht nur für uns, sondern auch für unsere Seele.

Wir haben so richtig Blut geleckt und lieben es mit dem Wohnmobil die Länder zu bereisen. Es ist toll so unabhängig zu leben und nur noch geringfügige Verbindlichkeiten zu haben. Wir haben Freude daran, dass unser Kind bei uns aufwächst und sich so gut wie immer frei in der Natur bewegen kann.

Junge spielt am Fluss

Ich liebe es draußen auf dem Tisch meinen Laptop aufzuschlagen und zu arbeiten. Es macht so viel Spaß draußen zu arbeiten.

Wir lieben die Vielfalt der Natur und die ständigen neuen Eindrücke der Orte und Menschen. Irgendwie ist das äußere Leben etwas einfacher geworden. Und zuletzt finde ich es toll, welche Chancen sich ergeben für unser inneres Wachstum, auch wenn dies nicht immer einfach ist.

Der Traum einer Weltreise hat gerade erst begonnen. Folgt uns doch auch auf YouTube. Hier findet ihr einige persönliche Videos von uns und über Themen die uns interessieren. Beispielsweise unser 6 Wochen Rückblick…


Weitere tolle Artikel von uns findet ihr zum Beispiel hier: Alles was uns so bewegt

Das Ammenmärchen vom Sonnenschutz

Das Ammenmärchen vom Sonnenschutz geht schon ziemlich lange. Genau genommen wurde die erste Sonnencreme 1933 von einer Bayer Tochterfirma entwickelt. Welcher Zufall1? Eine der führenden Pharmakonzerne sowie auch mittlerweile führende Firma in Sachen Saatgut, Herbizide und Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte².  Eine Firma, die also das gesamte Leben des Menschen beeinflusst. Von Nahrung bis hin zur Medizin.

Warum schreibe ich diesen Artikel
Ich beschäfte dich schon sehr lange mit einem Lebenswandel der so natürlich wie möglich sein soll. Hierzu gehören verschiedene Aspekte des Lebens, wie beispielsweise Ernährung, Einsatz von Kosmetikprodukten oder der gesamte Bereich der menschlichen Kindesentwicklung. Siehe auch hierzu meine Artikelserie: https://diereiseritter.wordpress.com/2019/02/09/apell-an-die-natuerlichkeit-teil-1/
Seit dem wir ein Baby haben, ist mir sehr wichtig, welche Produkte genutzt werden und mit welchen Substanzen mein Kind in Berrührung kommt. Der Körper soll sich so natürlich und gesund wie möglich entwickeln. Schließlich ist das die Basis für sein ganzes weiteres Leben. 2017-09-30-19-17-54

Nun erhalten aber frischgebackene Eltern erstmal Vitamin D in Tablettenform für den Säugling und sollen ihn täglich damit versorgen. Hiermit fing die Recherche für mich an. Vitamin D wird von der Sonne auf der Haut erzeugt und dann absorbiert. Sollten wir nicht versuchen so viel wie möglich an Vitamin D natürlich zu erlangen? Das setzt vorraus, dass das Kind so oft und so viel wie möglich an der Sonne ist und nicht von Kleidung oder Kinderwagen abgeschirmt wird, wie es eben üblich ist. Ein Mützchen und Socken im Sommer. Ein Sonnenschirm am Kinderwagen. Es ist mir so oft aufgefallen und ich habe das Thema immer wieder angesprochen. Alle, wirklich alle haben Angst vor Sonnenbrand und eventuell einen Windzug. Nun – ohne jemanden angreifen zu wollen – man kann es auch übertreiben. Ich habe nun einen zweijährigen Jungen, mit dem ich ständig draußen war und dieser nicht einmal einen Sonnenbrand oder einen Zug bekam. Seit Januar sind wir in Spanien und auch hier habe ich nicht gecremt. Dazu später mehr. Ich möchte aufzeigen, worauf es ankommt und was dahinter steckt 🙂

Schädliche Substanzen in Sonnencremes
Grundsätzlich gibt es sicherlich Situationen und Orte, in denen Sonnenschutz wirklich wichtig ist und in irgendeiner Form genutzt werden sollte. Aber auch muss man wieder sagen, die Menge machts. Es grenzt an Wahnsinn besonders unsere Kinder ständig mit Sonnenschutzcreme einzureiben, bis sie weiß glänzen. Damit die Sonnenschutzcreme auch gut wirkt, muss sie mehrmals täglich aufgetragen werden. Natürlich nehmen wir die Inhaltsstoffe über die Haut auf. Hierzu zählen auch krebsauslösende Substanzen, die leider noch in der EU zugelassen sind. Mittlwerweile gibt es Zusammenhänge zwischen Sonnencreme und Hautkrebs. Eine weitere Chemikalie Oxybenzone (4-methoxy-2-hydroxybenzophenone), die als UV-Blocker verwendet wird, steht im Zusammenhang mit Unterentwicklung bei Babys zur Geburt und damit in der Folge weiter chronische Erkrankungen auszulösen³. Das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät an der Universität Zürich fand heraus, dass Sonnenschutzcremes hormonaktive Substanzen enthalten und sogar in die Muttermilch übergehen. Diese Stoffe beeinflussen die Entwicklung, da sie den Hormonhaushalt stören. Die Ausmaße hiervon sind aber noch zu unerforscht4.

Vitamin D
Eigentlich handelts es sich hierbei um ein Hormon, welches lebensnotwendig ist. Vitamin D beugt verschiedene Krankheiten vor. Es ist für den Kalzium-Stoffwechsel notwendig, unterstützt das Knochenwachstum bzw. die Knochendichte und das Immunsystem.
Wenn wir aber Angst vor Sonneneinstrahlung haben und uns mit Sonnenschutzcreme bedecken, produziert die Haut kein Vitamin D und wir entwickeln einen Mangel.

Zurück zu meiner persönlichen Geschichte

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Ich wollte meinem Baby keine künzlichen Vitamin D Tabletten verabreichen. Stattdessen sorgte ich dafür, dass er täglich an die frische Luft kam, ohne Mützchen und ohne Söckchen. Umso wärmer es war um so weniger Kleidung trug mein Baby und konnte so über immer größere Körperflächen Vitamin D selbst produzieren. Mützchen, Hut und andere Kleidungsstücke verhindern dies aber. Im Winter ist das natürlich nicht ganz so einfach, aber wenn wir uns oft draußen aufhalten, kann der Körper Vitamin D produzieren. Sein Gesundheitszustand war top. Mein Sohn war ganz selten krank. Mit krank meine ich Schnupfen oder Husten. Das wars auch schon. Solange man nicht stundenlang Sonnenbadet, wie das heute in Schwämmbädern und Co. üblich ist, bekommt man auch keinen Sonnenbrand. Zudem baut sich der Hautschutz langsam im Laufe des Frühlings auf. Durch den ständigen Sonnenkontakt hat die Haut auch die Chance einen eigenen Sonnenschutz aufzubauen. Wird das der Haut verwehrt und durch Schwimmbadbesuche o.ä. schlagartig intensiviert, kann die Haut die viele starke Sonneneinstrahlung nicht abwehren und reagiert mit Sonnenbrand. Hinzu kommt dass man sich normalerweise bewegt und durch die Bewegung auch die Sonne nicht nur auf eine Hautpartie trifft. Sonne und Schatten wechseln sich bestenfalls ab. So wird die Haut nicht überlastet. Da ich mit meinem Kind ständig im Tragetuch spazieren war, erreichten wir genau den eben beschriebenen Effekt.
Als wir unsere Weltreise starteten und wir uns plötzlich mit mehr Sonneneinstrahlung in Spanien auseinandersetzen mussten, überlegte ich schon kurz nach natürlichem Sonnenschutz, wie z.B. Kokos- oder Möhrenöl. Aber wir verhielten uns genau so wie zuvor in Deutschland. Wir überstrapazierten die Sonnenbadestunden am Strand nicht. Kinder liegen sowieso nicht nur und sonnen sich. Allein die Bewegung macht viel aus. So dass Neo trotz hellem Hauttyp keinen einzigen Sonnenbrand hatte und nun schön braungebrannt ist.
Ich vermute, dass hier auch eine normale ausgewogene Ernährung ebenfalls eine Rolle spielt. Von allem etwas und nicht zu viel oder einseitig. Hat der Körper alles was er braucht, ist die Haut gut gewappnet vor äußeren Einflüssen.

 

 

Quellen:

1https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/erfindungen/tid-19317/sommerhitze-1933-sonnencreme-eine-maedchensache_aid_535432.html
²https://www.tagesschau.de/wirtschaft/monsanto-uebernahme-103.html
³https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sonnencreme-ia.html
4https://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=m2008-06-26-1312&pc=s02

Die Campergemeinde – Beeindruckende Menschen

Nachdem wir nun 3,5 Monate mit dem Wohnmobil durch Frankreich, Spanien und nun Portugal gereist sind/ reisen, wird es Zeit über die Wohnmobilgemeinde etwas zu erzählen.

Was verbindet
Die Menschen reisen mit dem Wohnmobil und suchen nach tollen Plätzen. Es sind überwiegend offene, gesprächige Menschen, die sich austauschen möchten. Alle sind sehr gerne in der Natur und suchen nach viel Sonne. Sie kommen gut zurecht auf engen Raum zu leben. Sie reisen gern.
Manche sind älter. Manche sind jünger. Einige reisen mit Hunden oder Katzen. Manche haben Kinder dabei und eventuell Tiere. Die Campergemeinde ist echt besonders, weil man sich irgendwie verbunden fühlt. Schließlich hat man gleiche Interessen und Leidenschaften. Das verbindet, egal wie alt. Erstaunlich ist die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Camper. Wenn sie helfen können, machen sie das. Ebenso toll ist der Zugang zu Ihnen. Damit meine ich, egal wie alt oder welcher Beruf. Das interessiert hier nicht. Man quatscht offen, meist mit “Du”-Anrede einfach über alles. Alle sind neugierig, denn hinter jedem Wohnmobilreisenden steckt eine wirklich interessante Geschichte. Jeder ist eben an anderen Geschichten interessiert.

Was sind das für Leute?
Es gibt die Rentner, die nun ihre Zeit mit Reisen verbringen wollen, aber mit mehr Freiheitsgefühl. Die haben keine Lust auf Hotel und vorgefertigtes Programm. Sie wollen tolle Plätze sehen und davon gibt es genug. In einem Hotel ist der Radius um Plätze und Orte zu erkunden eher kleiner. Schließlich muss man mit Bus oder Mietwagen vorwärts kommen und dabei bedenken, dass man am Abend wieder zurück sein muss. Ganz anders natürlich im Wohnmobil. Es ist immer alles dabei was benötigt wird. An Orten, die toll sind, bleibt man stehen. Es gibt keinen Radius in dem man sich bewegen muss. Fahren wie es einem beliebt. Von den Rentner haben wir so viel lernen dürfen. Viele reisen schon seit 20 Jahren regelmäßig mit dem Wohnmobil in den Urlaub und können auf eine große Erfahrungspalette zurückblicken. Hier gabs für uns Tricks und Tipps von Insidern.
Wer mit dem Wohnmobil reist, hat aber dennoch paar Sachen zu beachten. Es muss regelmäßig die Toilette und das Abwasser entleert werden, sowie Frischwasser getankt. Demnach muss man sich sowieso alle paar Tage bewegen. Uns selbst hat dies meist zum weiterfahren animiert. Immer weiter runter Richtung Südspanien.
Dann gibt es diejenigen, die Urlaub mit dem Wohnmobil machen. Hier liegen die gleichen Motive vor, wie weiter oben beschrieben.
Die für mich interessantesten, sind diejenigen, die ihr Leben im Wohnmobil verbringen. Hier gibt es auch jedes Alter. Teilweise auch Alleinstehende – beeindruckend.

Familien im Wohnmobil

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In Portugal nun, in Falesia, trafen wir 5 Familien, die mit ihren Kindern reisen. Alle haben ihr Hab und Gut zu Hause verkauft, die Heimat verlassen und Leben nun im Wohnmobil. Hierbei zählen zu den Hauptgründen, die bevorstehende Schulpflicht und das Hamsterrad zu verlassen, in dem sich alle bewegten. Manche lösen sich aus gesundheitlichen Gründen vom System, da es sie krank macht. All diese Menschen wollen frei leben, Zeit für die Familie und das Leben haben und suchen nach dem Abenteuer. Gleichzeitig suchen sie Anschluss und Austausch. Genau so etwas haben wir auch gesucht.
Das Umfeld ist oft leicht geschockt bis hin zu Ablehnung und so ist es wunderbar sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Natürlich ist das alles auch nicht ganz einfach. Es gibt einige Stolpersteine und Herausforderungen zu bewältigen. Auch hier andere Geschichten zu hören tut wirklich gut.

Die Campergemeinschaft ist ein besonderer Schlag Mensch. Es ist wunderbar jetzt auch dazu zu gehören.

DieReiseRitter

Weltreise mit Kind im Wohnmobil – 6 Wochen Rückblick

Wie läuft das Leben also mit Kind im Wohnmobil?

Natürlich wie alles im Leben muss man sich verändern und anpassen. Wir freuten uns auf das Reisen im Wohnmobil. Viel Mühe und Arbeit steckten wir in die Umgestaltung und Ausstattung unseres Caravans. Der Innenraum sollte so gemütlich wie möglich gestaltet werden und unseren Anforderungen gerecht werden.

Besonders wichtig war die Anbringung der Solaranlage, welche Marcel übernommen hat. Alles war Neuland. Keine Ahnung von Elektroinstallationen, Batterien, Gas-Heizungsanlagen und vielem mehr. Zu all den Themen hat er sich Fachwissen angeeignet. Wie beeindruckend. Wir wussten insgesamt nicht wirklich viel zum Leben im Wohnmobil. Aber wer will, der bekommt es auch hin. Natürlich hatten wir hier und da auch Unterstützung, beispielsweise bei der Verkabelung der Solaranlage.

Alles war also soweit vorbereitet. Eine Woche vor Abreise (28.12.2018) machte Marcel den letzten Check zur Funktionstüchtigkeit aller technischen Geräte, wie Heizung, Wasserpumpe, Boiler etc. Schockierenderweise stellten wir fest, dass der Boiler defekt war. Irgendein elektronischen Problem. Zwischen 300 € gebraucht und 600 € neu hätte uns das Ganze gekostet. Statt Frust zu schieben, entschieden wir uns, uns damit abzufinden. Wir wollten schließlich ins Warme und irgendeine Möglichkeit hätte sich schon gefunden. Wahrscheinlich wären wir bei 40°C Außentemperatur froh über eine kühle Dusche. Anfangs wollten wir uns einfach mit Waschlappen waschen und ab und zu hätten wir uns eine Dusche im Motel oder Campingplatz gegönnt. Unser Kind passt noch in eine kleine viereckige Waschschüssel, so dass wenigstens er ab und zu mal baden konnte :-). In Barcelona, also nach 3 Wochen, ging der Boiler wieder und wir hatten ab sofort eine warme Dusche im Wohnmobil. Ihr könnt euch nicht vorstellen was für ein Luxus das plötzlich war. Wir vermissten vorher nichts, aber als die Dusche ging, war das unbeschreiblich schön.

Ungefähr zwei Wochen reisten wir durch Frankreich, bis uns die Kälte nervte und wir genug von Frankreich hatten. Eine Woche davon allein verbrachten wir in Straßburg. Solch eine faszinierende und funkelnde Stadt.

Über die Pyrenäen rüber sahen wir nochmal den Winter ein letztes mal in vollem Umfang. Eisiger Wind, Schnee und gefrorene Landschaft. Es war wirklich so schön.

Am späten Nachmittag dann, kamen wir in Spanien, in Ventallò an. Blöderweise mussten wir erstmal zu einem Caravan Shop, da es uns die Dachluke im Alkhoven abgerissen hat. Irgendwie hab ich wohl vergessen sie zu schließen. Wir mussten durch heftige Windböen durch, bei den wir gefiebert haben, dass es uns nicht umwirft. Plötzlich gabs einen Knall und im Dach war ein Loch… Ein neues Dachfenster hat uns 170,- € gekostet. Sehr schmerzhaft!

Aber der Ort an dem wir dann übernachteten, Sant Marti d’Empúries, entschädigte uns und wir werden ihn so schnell nicht vergessen! Es war so wunderschön, direkt am Meer, einsam und doch so romantisch. Überzeugt euch selbst…

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Nach drei Tagen zog es Marcel nach Barcelona. Das war fast wie ein Kulturschock. Eine absolute Metropole. Dennoch auch hier konnten wir mehrere Tage direkt am Meer stehen.

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Das Leben im Wohnmobil gefällt uns immer besser. Wir mussten uns erst einspielen und es galt Hürden zu überwinden. Ich musste mich sehr in Geduld und Rücksichtnahme üben. Ständig stand mir irgendwer oder irgendwas im Weg. Ach war das nervig… Nun ja das klappt mittlerweile ziemlich gut. Ebenso schwierig war es die verstauten Sachen zu finden, die gerade gebraucht wurden. Unvorstellbar, dass man in einem so kleinen Wohnmobil suchen muss. Aber dadurch, dass die Schränke vollgepackt werden müssen, damit überhaupt alles Nötige mitkonnte, müssen sie auch entsprechend wieder ausgeräumt werden um an Dinge zu gelangen, die sich bis hinten befinden. Eben mal schnell was kochen und wie gewohnt nach Gewürzen und anderem Zubehör zu greifen, funktioniert nicht, ohne dass dir beispielsweise deine Zwiebeln anbrennen. Auch dies kostete etwas nerven, bis wir uns angepasst haben. Auf einem Gasherd geht auch alles schneller, als zu Hause auf dem Elektroherd. Damit meine ich: die Zwiebeln verbrennen schneller 🙂

Insgesamt aber fühlen wir uns sehr wohl im Wohnmobil. Es findet sich relativ schnell eine ähnliche Struktur wie zu Hause. Bloß wachst du aber alle paar Tage an einem neuen Ort auf und kannst die Umgebung bestaunen und genießen. Was wir auch tun. Manchmal ist es schon verwunderlich, wie schnell man sich an Situationen gewöhnt: einzuschlafen im Großstadtlärm direkt an der Hauptstraße oder unter Vollbeleuchtung der Straßenlaternen (nicht mit dem Energiesparwahn in Deutschland vergleichbar ;-)). Manchmal konnten wir nur gar schlecht einschlafen, wenn wir beispielsweise direkt am Meer standen und es stürmte. Im Wohnmobil merkten wir jede Windböe und machten uns große Sorgen um Dachfenster oder Solaranlage.

Als wir uns mit der Weltreise beschäftigten, wollten wir diese vor allem auch nutzen um uns weiterzuentwickeln, um zu uns selbst zu kommen. Wir wussten auch, dass wir vor Problemen nicht weglaufen konnten. Dennoch erleben wir die Konfrontation noch intensiver als gedacht. Wir müssen uns mit uns selbst auseinandersetzen und uns verändern. Vorausgesetzt man möchte seine Wünsche und Ziele erreichen. Dies ist ein hartes Stück Arbeit. Streitereien begleiteten uns eine Zeitlang, trotz gemeinsamer Träume.

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Neo, unser Sohn hat sich ganz gut mit der Reisesituation angefreundet. Noch zu Hause machten wir uns darüber ziemlich viele Sorgen, da er maximal ca. 1 Stunde am Stück Autofahren konnte/ wollte. Wie sollte das erst auf Reisen werden? Aber es kam anders, als wir dachten. Anfänglich nutzen wir auch Mittagsschlafzeiten und animierten ihn mit gemeinsamen singen. Wenn er uns signalisierte, dass es absolut nicht mehr geht, legten wir den Fahrstopp ein. Mit den Tagen und Wochen reisten wir immer kürzer und langsamer. Wir bleiben meist mehrere Tage an einem Ort, bis es weiter geht. In den ersten paar Tagen, als sich alles noch einspielen musste, merkten wir, wie sehr Neo jetzt Aufmerksamkeit brauchte und sie auch einforderte. Als wir am Stellplatz ankamen, waren wir beide beschäftigt. Einer mit Essen machen und der Andere bereitete das Wohnmobil vor. Neo zeigte hier deutlich, dass dies so nicht funktioniert! Schließlich mussten wir auch lernen und uns auf unser Kind, wie auch auf alles andere einzustellen. Mittlerweile klappt alles ziemlich gut. Neo genießt die viele Zeit draußen in der Natur und am Strand. Mehrmals die Woche werden Spielplätze anvisiert und ausgetestet. Was hier in Spanien auch problemlos möglich ist, da hier in jedem noch so kleinen Ort mindestens ein toller Spielplatz zu finden ist. Auch an den Stränden finden sich alle paar Meter Spielplätze. So etwas sind wir von Deutschland nicht gewöhnt.

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Alles in Allem sind wir sehr glücklich im Wohnmobil zu reisen und zu leben. Wir kommen immer besser zurecht und genießen die Vorzüge. Es gab Einiges was wir auch schmerzlich lernen mussten, beispielsweise das Kontrollieren vor dem losfahren: Fenster schließen, alles einräumen damit wir nichts überfahren oder verlieren und langsames/ bedachtes Fahren. Schlimmstenfalls verschiebt sich etwas oder reißt auseinander. Das ist nicht wie fahren mit einem Auto!

Aktuell aber wünschen wir uns, so lange wie möglich weiter zu reisen und die Welt zu entdecken.

Im nächsten Artikel erzählen wir euch noch mehr Details zum Wohnmobilleben, insbesondere was die Wasserver- und entsorgung angeht.